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Zu unserer Sicherheit

Es fehlen einem erst mal die Worte, nachdem man das ZDF Interview (YouTube, Tran­skript) von Bierdimpfl CSU-Politiker und “Innenminister” Hans-Peter Friedrich vom 12.07.2013 gesehen hat. Ihm scheint auch nicht ganz wohl bei der Sache zu sein. Trotzdem sollen an dieser Stelle – zu unserer Sicherheit – ein paar Informationen im Kontext des “Überwachungsskandals” zusammengetragen werden und wie wir uns selbst schützen können:

PRISM Logo

PRISM Logo, welches stark an ein Schallplattencover erinnern. Man könnte es auch “The Dark Side of the Earth” nennen.

Auch wenn das Überwachungsprogramm PRISM in aller Munde ist, ist es nur eines von vielen. Da wären noch Tempora, Fairview, Stormbrew, Blarney, Oakstar, … Eine kommentierte ausführliche Übersicht gibt es bei Netzpolitik.org. Heise Online hat ebenfalls eine Zusammenfassung.

Nach einem Bericht der Monterey Herald hat die U.S. Army in ihrem Netzwerk, also für sämtliche Mitarbeiter weltweit, den Zugriff auf die Webseiten des Guardians blockiert, nachdem dort die ersten Berichte zu PRISM veröffentlicht wurden. “Netzwerk-Hygiene” nennt sich das. (via Heise Online)

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World Wide Investment Fund For Nature and More

Sind Sie für eine konstruktive Zusammenarbeit mit Monsanto und anderen Freunden der Gentechnik? Verstehen Sie unter nachhaltiger Landwirtschaft den monokulturellen Anbau von nachwachsenden Rohstoffen? Sehen Sie es als beachtlichen Erfolg, wenn dabei 0,5 % des ursprünglichen Urwaldes durch unser Engagement erhalten werden konnte und als ausschließlicher Lebensraum für alle vertriebenen Arten dient? Möchten Sie dafür spenden, dass wir mit Ihren Geldern unerschlossene Gebiete kartographieren, um sie dann nachhaltig durch die Palmölindustrie brandroden bewirtschaften zu lassen? Sind Sie für die professionelle Jagd auf Wilderer durch von Ihnen finanzierte Söldner? Dann schieben Sie jetzt Ihre Ablassabgabe rüber, so wie dies auch schon Ölkonzerne und andere, nicht ganz so ökologisch und nachhaltig ausgerichtete Großkonzerne erfolgreich gemacht haben … in manchmal, vielleicht nicht ganz so transparenten Vorgängen.

So oder so ähnlich müssten eigentlich der Werbetext für eine der größten Naturschutzorganisationen der Welt lauten, schenkt man der WDR Sendung “Der Pakt mit dem Panda: Was uns der WWF verschweigt” (ARD Seite | Mediathek) von Wilfried Huismann Glauben. Selbstverständlich stimmt das alles nicht und der WWF klärt sofort auf. Bereits die Vorankündigung wurden durch den knurrenden Panda leicht zurechtgestutzt (siehe ARD Seite).

Eine textuelle Zusammenfassung der Sendung gibt es bei der sueddeutsche.de, auch die taz.de hat mitgeschaut.

Was wohl Chi Chi dazu sagen würde?

Eine etwas andere Art des Computerspiels: Inside the Haiti Earthquake

Im Oktober/November 2010 hat die kanadische Produktionsfirma PTV Productions unter dem Namen “Inside the Haiti Earthquake” eine etwas andere Art der First-Person Simulation veröffentlicht.

Serious Game: Inside the Haiti Earthquake (PTV Productions)


Mit “Inside the Haiti Earthquake” kann der Spieler interaktiv in der Rolle eines Journalisten, eines Helfers oder eines Überlebenden die Ausmaße und Eindrücke der Erdbebenkatastrophe in Haiti hautnah erleben (mehr Informationen). Das Spiel kann kostenlos im Internet gespielt werden, auf die Vergabe von Spielpunkten oder gar die Kür eine Gewinners wurde entsprechend verzichtet. [via zeit.de]

Die Produktion war für die Canadian New Media Awards 2010 in den Kategorien “Best Cross-Platform Project” und “Best Web-Based Game” nominiert.

Möchte man das Genre mit Begriffen aus der traditionellen Computerspielewelt bezeichnen, dann treffen es wohl am besten “Adventure” oder “Rollenspiel”, obwohl die eigentlich richtige Kategorie dafür “Serious Game” ist. Die Produzenten selbst wählen lieber die Bezeichnungen “interactive experience” oder “role-playing simulation” [via huffingtonpost.com], da die Assoziationen die man mit einem Computerspiel im eigentlichen Sinne verbindet – wie zum Beispiel Spaß und Unterhaltung – in diesem Fall alles andere als zutreffend sind.

Coal

Serious Game: Voyage au bout du charbon / Journey to the End of Coal (Honkytonk Films)

Inspiriert wurde das Projekt von “Voyage au bout du charbon / Journey to the End of Coal”, einer französischen Produktion von Honkytonk Films, in Zusammenarbeit mit Amnesty International und Reporter ohne Grenzen, in welcher interaktiv die Lebens- und Arbeitsbedingungen chinesischer Kohleminenarbeiter erspielt werden können (mehr Informationen).

Auch wenn das Format “Serious Game” im ersten Moment etwas ungewöhnlich ja nicht sogar inkorrekt/unpassend erscheinen mag, so kann durch die interaktive Mitwirkung des Spielers am Handlungsablauf eine vielleicht noch tiefgründigere und umfassendere Auseinandersetzung mit der eigentlichen Thematik erreicht werden, als es zum Beispiel mit einem klassischen Dokumentarfilm möglich wäre. Mal schauen, welche Themen als nächstes bearbeitet werden.

CSU und ihr Blick hinter die Fassade der Grünen

Nach dem ersten Anschauen des Videos “Ein Blick hinter die Fassade der Grünen” mag es schwer fallen zu glauben, dass es sich dabei wirklich um einen offiziellen ‘Beitrag’ einer Partei handelt, die noch mehr oder weniger die Kontrolle über das größte Bundesland hat, ja sogar an der bundesdeutschen Regierung beteiligt ist.


[via netzpolitik.org]

Aber ein Blick auf deren Website und den zugehörigen YouTube Channel bestätigen leider die Befürchtung. Laut Generalsekretär Alexander Dobrindt soll damit die “Pseudo-bürgerliche Fassade der Grünen demaskieren” werden.

Böse Zungen die auch schon seit längerem behaupten mögen, dass sich die CSU auf all Ihren Bierzelt-Wahlveranstaltungen dumm gesoffen hat, gehen vielleicht etwas zu weit. Aber zumindest spricht dieses Video und auch die auf der Website verlinkten Plakatkampagnen in Text und Bild sehr dafür, dass die ehemalige bayerische Volkspartei auch den letzten Funken an Kreativität und ernst zu nehmenden politischen Argumentationsvermögen verloren hat. Ok … das war auch noch nie Ihre Stärke, wie man zum Beispiel bei den Kommunalwahlen in München 2008 gesehen hat.

Aber vielleicht ist es auch nur ein letztes Aufbäumen, um in Zeiten des bösen Internets und der YouTube Junkies doch noch den ein oder anderen potentiellen Unterstützer zumindest auf diesem Wege werben zu können.

Bleibt abzuwarten, wer am Ende alleine im Wald steht. Da soll es ja gerade in Bayern ziemlich viel davon geben …

Update (31.01.2011): Die Seite der Kampagne auf der CSU Homepage gibt es nicht mehr – “Seite nicht gefunden (Fehler 404)” – die hier verlinkten Plakate sowie das Video bei YouTube sind aber noch vorhanden. Traurig, wenn der digitale Radiergummi von Frau Aigner nicht mal auf der eigenen Homepage funktioniert. Ein guter Remix des Videos kommt vom ZDF: “Ein Landrat steht im Bierzelt, ganz blau und du..”.

“Facebook … wir wollen Dich doch nur kennenlernen.”

Nach “Du bist Terrorist”, “Rette Deine Freiheit” und “Cleanternet” feierte gestern Alexander Lehmanns neuer Film “Willkommen bei Facebook!” Weltpremiere drüben bei NDR Extra 3.


[via netzpolitik.org]

Apropos: Da gab es doch mal einen Privacy Scanner, der die Privatsphäreneinstellungen von Facebook unter Verwendung eines Javascripts überprüft hat. Schade nur, dass er aktuell laut Homepage (reclaimprivacy.org) nicht mehr zu funktionieren scheint.

Off topic: Für Freunde wummernder Bassboxen ist auch “Exodus”, die Abschlussarbeit von Alexander Lehmann für seinen Bachelor of Arts in Virtual Design, absolut einen Click wert. Ein Musikvideo mit NOISIA & Mayhem ft. KRS one.