World Wide Investment Fund For Nature and More

Sind Sie für eine konstruktive Zusammenarbeit mit Monsanto und anderen Freunden der Gentechnik? Verstehen Sie unter nachhaltiger Landwirtschaft den monokulturellen Anbau von nachwachsenden Rohstoffen? Sehen Sie es als beachtlichen Erfolg, wenn dabei 0,5 % des ursprünglichen Urwaldes durch unser Engagement erhalten werden konnte und als ausschließlicher Lebensraum für alle vertriebenen Arten dient? Möchten Sie dafür spenden, dass wir mit Ihren Geldern unerschlossene Gebiete kartographieren, um sie dann nachhaltig durch die Palmölindustrie brandroden bewirtschaften zu lassen? Sind Sie für die professionelle Jagd auf Wilderer durch von Ihnen finanzierte Söldner? Dann schieben Sie jetzt Ihre Ablassabgabe rüber, so wie dies auch schon Ölkonzerne und andere, nicht ganz so ökologisch und nachhaltig ausgerichtete Großkonzerne erfolgreich gemacht haben … in manchmal, vielleicht nicht ganz so transparenten Vorgängen.

So oder so ähnlich müssten eigentlich der Werbetext für eine der größten Naturschutzorganisationen der Welt lauten, schenkt man der WDR Sendung “Der Pakt mit dem Panda: Was uns der WWF verschweigt” (ARD Seite | Mediathek) von Wilfried Huismann Glauben. Selbstverständlich stimmt das alles nicht und der WWF klärt sofort auf. Bereits die Vorankündigung wurden durch den knurrenden Panda leicht zurechtgestutzt (siehe ARD Seite).

Eine textuelle Zusammenfassung der Sendung gibt es bei der sueddeutsche.de, auch die taz.de hat mitgeschaut.

Was wohl Chi Chi dazu sagen würde?

Eine etwas andere Art des Computerspiels: Inside the Haiti Earthquake

Im Oktober/November 2010 hat die kanadische Produktionsfirma PTV Productions unter dem Namen “Inside the Haiti Earthquake” eine etwas andere Art der First-Person Simulation veröffentlicht.

Serious Game: Inside the Haiti Earthquake (PTV Productions)


Mit “Inside the Haiti Earthquake” kann der Spieler interaktiv in der Rolle eines Journalisten, eines Helfers oder eines Überlebenden die Ausmaße und Eindrücke der Erdbebenkatastrophe in Haiti hautnah erleben (mehr Informationen). Das Spiel kann kostenlos im Internet gespielt werden, auf die Vergabe von Spielpunkten oder gar die Kür eine Gewinners wurde entsprechend verzichtet. [via zeit.de]

Die Produktion war für die Canadian New Media Awards 2010 in den Kategorien “Best Cross-Platform Project” und “Best Web-Based Game” nominiert.

Möchte man das Genre mit Begriffen aus der traditionellen Computerspielewelt bezeichnen, dann treffen es wohl am besten “Adventure” oder “Rollenspiel”, obwohl die eigentlich richtige Kategorie dafür “Serious Game” ist. Die Produzenten selbst wählen lieber die Bezeichnungen “interactive experience” oder “role-playing simulation” [via huffingtonpost.com], da die Assoziationen die man mit einem Computerspiel im eigentlichen Sinne verbindet – wie zum Beispiel Spaß und Unterhaltung – in diesem Fall alles andere als zutreffend sind.

Coal

Serious Game: Voyage au bout du charbon / Journey to the End of Coal (Honkytonk Films)

Inspiriert wurde das Projekt von “Voyage au bout du charbon / Journey to the End of Coal”, einer französischen Produktion von Honkytonk Films, in Zusammenarbeit mit Amnesty International und Reporter ohne Grenzen, in welcher interaktiv die Lebens- und Arbeitsbedingungen chinesischer Kohleminenarbeiter erspielt werden können (mehr Informationen).

Auch wenn das Format “Serious Game” im ersten Moment etwas ungewöhnlich ja nicht sogar inkorrekt/unpassend erscheinen mag, so kann durch die interaktive Mitwirkung des Spielers am Handlungsablauf eine vielleicht noch tiefgründigere und umfassendere Auseinandersetzung mit der eigentlichen Thematik erreicht werden, als es zum Beispiel mit einem klassischen Dokumentarfilm möglich wäre. Mal schauen, welche Themen als nächstes bearbeitet werden.

CSU und ihr Blick hinter die Fassade der Grünen

Nach dem ersten Anschauen des Videos “Ein Blick hinter die Fassade der Grünen” mag es schwer fallen zu glauben, dass es sich dabei wirklich um einen offiziellen ‘Beitrag’ einer Partei handelt, die noch mehr oder weniger die Kontrolle über das größte Bundesland hat, ja sogar an der bundesdeutschen Regierung beteiligt ist.


[via netzpolitik.org]

Aber ein Blick auf deren Website und den zugehörigen YouTube Channel bestätigen leider die Befürchtung. Laut Generalsekretär Alexander Dobrindt soll damit die “Pseudo-bürgerliche Fassade der Grünen demaskieren” werden.

Böse Zungen die auch schon seit längerem behaupten mögen, dass sich die CSU auf all Ihren Bierzelt-Wahlveranstaltungen dumm gesoffen hat, gehen vielleicht etwas zu weit. Aber zumindest spricht dieses Video und auch die auf der Website verlinkten Plakatkampagnen in Text und Bild sehr dafür, dass die ehemalige bayerische Volkspartei auch den letzten Funken an Kreativität und ernst zu nehmenden politischen Argumentationsvermögen verloren hat. Ok … das war auch noch nie Ihre Stärke, wie man zum Beispiel bei den Kommunalwahlen in München 2008 gesehen hat.

Aber vielleicht ist es auch nur ein letztes Aufbäumen, um in Zeiten des bösen Internets und der YouTube Junkies doch noch den ein oder anderen potentiellen Unterstützer zumindest auf diesem Wege werben zu können.

Bleibt abzuwarten, wer am Ende alleine im Wald steht. Da soll es ja gerade in Bayern ziemlich viel davon geben …

Update (31.01.2011): Die Seite der Kampagne auf der CSU Homepage gibt es nicht mehr – “Seite nicht gefunden (Fehler 404)” – die hier verlinkten Plakate sowie das Video bei YouTube sind aber noch vorhanden. Traurig, wenn der digitale Radiergummi von Frau Aigner nicht mal auf der eigenen Homepage funktioniert. Ein guter Remix des Videos kommt vom ZDF: “Ein Landrat steht im Bierzelt, ganz blau und du..”.

“Facebook … wir wollen Dich doch nur kennenlernen.”

Nach “Du bist Terrorist”, “Rette Deine Freiheit” und “Cleanternet” feierte gestern Alexander Lehmanns neuer Film “Willkommen bei Facebook!” Weltpremiere drüben bei NDR Extra 3.


[via netzpolitik.org]

Apropos: Da gab es doch mal einen Privacy Scanner, der die Privatsphäreneinstellungen von Facebook unter Verwendung eines Javascripts überprüft hat. Schade nur, dass er aktuell laut Homepage (reclaimprivacy.org) nicht mehr zu funktionieren scheint.

Off topic: Für Freunde wummernder Bassboxen ist auch “Exodus”, die Abschlussarbeit von Alexander Lehmann für seinen Bachelor of Arts in Virtual Design, absolut einen Click wert. Ein Musikvideo mit NOISIA & Mayhem ft. KRS one.

Full-HD? Non-Vuvuzela!

Liebe Fernsehsender, Produktionsfirmen und Fernsehgerätehersteller,

bitte mal kurz den Fernseher auf lautlos stellen, damit ihr mich versteht.

Ihr schafft es zu jeder Europa-/Weltmeisterschaft von neuem, uns glauben zu machen, dass der zur letzten Fußballmeisterschaft angeschaffte Flimmerkasten schon wieder unglaublich veraltet ist und man sich sofort den neuesten Stand der Technik bei einem dieser Elektrogroßhändler hinterherwerfen lassen sollte.

Bewegte Bilder wurden farbig, die Fernseher flacher, die Auflösung höher … in zwei Jahren spätestens gibt es die dritte Dimension für alle. Jeder Schritt ist dabei so bedeutsam, wie die Dampfmaschine für die industrielle Revolution …

Aber wäre es auch möglich … kurzfristig … ohne Aussicht auf das große Geschäft … nur Euren immer treuen Konsumenten zur Liebe, ein paar Informationen/Daten weniger zu übertragen?

Denn diese Vuvuzelas nerven schon ganz schön … und die Aussage “Eine Eliminierung oder Filterung des Vuvuzela-Geräuschpegels ist technisch ohne ein Beeinflussung des Gesamtsignals nicht möglich.” (via zeit.de) scheint ja doch nicht so ganz zuzutreffen. Schaut Euch doch mal die Beschreibung “Vuvuzela-Filter” drüben bei den Surfpoeten genauer an. Die Hörbeispiele klingen sehr vielversprechend und bei soviel Innovationsgeist auf Eurer Seite, wäre es doch gelacht, wenn Ihr das nicht auch hinbekommen würdet, oder?

Und auf die, durch die rausgefilterten Vuvuzela-Frequenzen freigewordene Bandbreite, könntet Ihr gleich noch ein paar mehr Pixel packen, damit wir auch beim nächsten mal wieder einen Grund haben, bei Euch zu kaufen und den Fernseher auszutauschen.

Eine Schallnovelle im Volkstheater

Corpus Delicti - Eine Schallnovelle

Corpus Delicti - Eine Schallnovelle

Vor knapp einem Monat bin ich durch einen Flyer auf eine ‘Extra’-Veranstaltung im Volkstheater München aufmerksam geworden: Corpus Delicti mit Juli Zeh und Slut. Laut Beipackzettel eine ‘Schallnovelle’ … irgendwo angesiedelt zwischen Lesung und Konzert. Die Beschreibung klang interessant und Slut mal endlich live zu sehen, waren Grund genug die Karten zu bestellen.

Gestern gab es dann ordentlich was auf die Ohren und Augen. Neben der perfekten Symbiose von verlesenen Worten und dargebotener Musik, wurde das Stück auch sehr passend visuell untermalt, in Form von Animationen und teils grellen Lichteffekten. Die eigens für das Stück komponierten Lieder ver-klang-bildlichen die Handlung in eindrucksvoller und teils sphärischer Art und Weise, lassen aber vor allen Dingen Zeit, um das Gesagte gedanklich weiterverarbeiten zu können. Während der literarischen Passagen wurde Juli Zeh auch schauspielerisch durch die Bandmitglieder unterstützt, so zum Beispiel Christian Neuburger unter anderem in der Rolle des Moritz Holl. Gemeinsam wirkten sie wie eine eingespielte Schauspieltruppe und nicht wie ein loser Zusammenschluss einer Autorin und einer Band für ein Theaterprojekt. Auch deshalb ist das Theater der geeignetste Ort für dieses ‘Extra’-Genre … nur manchmal hat man sich, noch besser passend zur Musik, eine unbestuhlte Konzerthalle herbei gewünscht.

Wer sich selbst überzeugen will – ein kleiner Ausschnitt aus dem Studio:

Eine rundum gelungene Veranstaltung, die ohne Einschränkungen weiterempfohlen werden kann. Die nächste Möglichkeit scheint sich vorerst in Bernau am Samstag, 29. Mai 2010, um 20.00 Uhr zu ergeben oder eben aus der Dose: Corpus Delicti – Eine Schallnovelle, erschienen 09/2009 bei Strange Ways Records. Mehr zur ursprünglich klanglosen, rein papier-basierten Novelle Corpus Delicti: Ein Prozess von Juli Zeh findet man zum Beispiel bei de.wikipedia.org.

Ich will mehr solcher Schallnovellen !!

Weitere Informationen:

Haiti: Spenden, aber bitte nicht zweckgebunden!

In Hollywood liefern sich Stars wie Brangelina, Schorsch Clooney und Wyclef Jean derzeit ein wahres Wettrennen und übertrumpfen sich gegenseitig mit Geldspenden und Spendenaufrufen (z.B. Yéle Haiti!) für die Erdbebenopfer in Haiti.

Auch hierzulande und auch nur als Ottonormalbürger kann man durch Spenden – egal welcher Höhe – die Hilfsorganisationen bei der Soforthilfe und beim Wiederaufbau unterstützen. Möglichkeiten gibt es genug, so hat zum Beispiel das DZI eine Spenden-Info “Erdbeben in Haiti 2010″ in Form einer Liste mit seriösen und unterstützenswerten Organisationen zusammengestellt.

Unicef.de Aber Vorsicht! Reicht man die Spende zweckgebunden (Verwendungszweck: “Für Haiti”) ein, so darf diese vom Empfänger auch nur aussschließlich für den angegebenen Zweck eingesetzt werden.

Das Leid und Elend von Menschen in anderen Regionen der Welt ändert sich aber – trotz der aktuell großen Medienpräsenz von Haiti – nicht. Und spendet man dieses Jahr dann wirklich auch noch ein weiteres Mal speziell für diese (anderen) Mitmenschen in Not?

Die Gefahr besteht, dass ähnlich wie beim Tsunami 2004, der Katastrophe eine Spendenflut folgt, die nur zweckgebunden eingesetzt werden kann und dabei andere, ebenfalls wichtige Projekte der Hilfsorganisationen – trotz vorhandener Mittel – leer ausgehen.

Deshalb am besten nicht zweckgebunden spenden und darauf vertrauen, dass die ausgewählte Hilfsorganisation die Unterstützung denjenigen zukommen lässt, die sie am dringensten benötigen.

Das Oktoberfest und die Sicherheit

Als Münchens Oberbürgermeister Christian Ude das Oktoberfest mit den Worten „O’zapft is! Auf eine friedliche Wiesn 2009!“ eröffnete, konnte er sich wohl kaum vorstellen, dass sich die Sicherheitssituation rund um die Theresienwiese innerhalb einer Woche so dramatisch zuspitzen würde.

Straßensperre am Kontrollring

Straßensperre am Kontrollring

Kurz vor Beginn des Oktoberfestes haben der mutmaßliche Al-Qaida-Terrorist Bekkay Harrach als auch die Taliban in Videobotschaften mit Anschlägen in Deutschland gedroht. Sollte die Bundestagswahl nicht eine Regierung hervorbringen, die den sofortigen Abzug deutscher Truppen aus Afghanistan veranlasst, würde es zu Anschlägen kommen. Bekkay Harrach hat das Oktoberfest als mögliches Ziel erwähnt, die Taliban haben im Video ein Photo des Oktoberfestes eingeblendet, neben Bildern anderer potentieller Ziele in Deutschland.

Zu Beginn des größten Volksfestes der Welt, am 18.09. schien die Polizei nur die üblichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen zu haben.

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Mesdames, Messieurs, notre nouveau ministre des Affaires étrangères!


[via gelblog]

… hoffentlich nicht. Und was passiert, wenn Mr. Westerwelle dann doch mal Englisch spricht, gibt es hier. Die Übernahme des Chefposten im Auswärtigen Amt kann er aber laut dieser dpa-Analyse nur noch selbst verhindern …

Und wer sich wundert, warum der Titel auf Französisch ist: Es ist eine Anlehnung an diese Aktion (“Facebook President”) – in der Hoffnung, dass das Ganze doch nur eine Verarsche ist.

Bundestagswahl: Die Standpunkte der Parteien zu Freier Software

FSFE Wer zur Bundestagswahl noch unentschlossen ist und bei der Wahl auch die Position der Parteien und deren Kandidaten zu Freier Software berücksichtigen möchte, kann hier fündig werden. Auf Initiative der Free Software Foundation Europe (FSFE) wurden die Kandidaten zu Ihrem Standpunkt im Hinblick auf den Einsatz und der Unterstützung freier Software befragt. Des weiteren wurden von der FSFE die einzelnen Parteiprogramme diesbezüglich analysiert und zusammengefasst.

Nur bei Bündnis 90/Die Grünen sind freie Software, offene Standards und freie Lizenzen fester Bestandteil des Parteiprogrammes.

Verwunderlich ist es schon ein bisschen, dass gerade bei den Piraten – einer Partei, die dem digitalen Raum entstammt und sich auch nur exklusiv mit diesem beschäftigt – nicht besonders viel zu freier Software gesagt wird. Eigentlich alle ihre Ziele habe irgendwo etwas mit freier Software zu tun bzw. sind nur mit solcher zu erreichen … deshalb sollte sie eigentlich einen zentralen Punkt im Parteiprogramm einnehmen. Aber die Piraten sind eben auch nur eine “Klientel-/Themenpartei” und nicht mehr …