Eine etwas andere Art des Computerspiels: Inside the Haiti Earthquake

Im Oktober/November 2010 hat die kanadische Produktionsfirma PTV Productions unter dem Namen “Inside the Haiti Earthquake” eine etwas andere Art der First-Person Simulation veröffentlicht.

Serious Game: Inside the Haiti Earthquake (PTV Productions)


Mit “Inside the Haiti Earthquake” kann der Spieler interaktiv in der Rolle eines Journalisten, eines Helfers oder eines Überlebenden die Ausmaße und Eindrücke der Erdbebenkatastrophe in Haiti hautnah erleben (mehr Informationen). Das Spiel kann kostenlos im Internet gespielt werden, auf die Vergabe von Spielpunkten oder gar die Kür eine Gewinners wurde entsprechend verzichtet. [via zeit.de]

Die Produktion war für die Canadian New Media Awards 2010 in den Kategorien “Best Cross-Platform Project” und “Best Web-Based Game” nominiert.

Möchte man das Genre mit Begriffen aus der traditionellen Computerspielewelt bezeichnen, dann treffen es wohl am besten “Adventure” oder “Rollenspiel”, obwohl die eigentlich richtige Kategorie dafür “Serious Game” ist. Die Produzenten selbst wählen lieber die Bezeichnungen “interactive experience” oder “role-playing simulation” [via huffingtonpost.com], da die Assoziationen die man mit einem Computerspiel im eigentlichen Sinne verbindet – wie zum Beispiel Spaß und Unterhaltung – in diesem Fall alles andere als zutreffend sind.

Coal

Serious Game: Voyage au bout du charbon / Journey to the End of Coal (Honkytonk Films)

Inspiriert wurde das Projekt von “Voyage au bout du charbon / Journey to the End of Coal”, einer französischen Produktion von Honkytonk Films, in Zusammenarbeit mit Amnesty International und Reporter ohne Grenzen, in welcher interaktiv die Lebens- und Arbeitsbedingungen chinesischer Kohleminenarbeiter erspielt werden können (mehr Informationen).

Auch wenn das Format “Serious Game” im ersten Moment etwas ungewöhnlich ja nicht sogar inkorrekt/unpassend erscheinen mag, so kann durch die interaktive Mitwirkung des Spielers am Handlungsablauf eine vielleicht noch tiefgründigere und umfassendere Auseinandersetzung mit der eigentlichen Thematik erreicht werden, als es zum Beispiel mit einem klassischen Dokumentarfilm möglich wäre. Mal schauen, welche Themen als nächstes bearbeitet werden.

Open Source Software supporting emergency care efforts in Haiti

Just another post about this region, but from a bit different perspective … and this one is meant especially for those who are still thinking that Open Source software in the area of health care is a useless toy for computer fetishists and far from being deployed in a productive clinical environment.

OpenMRS - an Open Source EMR system

Since the beginning of 2003 the Bosten-based Partners in Health (PIH) rolled out a web-based EMR to primarily track HIV patient within Haiti. Meanwhile the system was replaced by the FOSS EMR software OpenMRS and is deployed in 9-10 PIH hospitals spread over Haiti (and by the way more than 20 countries worldwide). Luckily these hospitals are networked via satellite links, so still online after all other systems went down after the earthquake. Only an instance of the system which was used in a now destroyed hospital of the Médicins Sans Frontières directly in Port-au-Prince seems not to be at service anymore.

According to Hamish Fraser, director of informatics and telemedicine for PIH, OpenMRS served before the current crisis more than 14,000 patient records and is now used to “… generate reports for the government and funders and make lab data available to the physicians and medication lists for the pharmacists. We also built a drug supply management tool to track all the medications in our main warehouse and our 10 hospitals.” as Fraser said in an interview with the Healthcare IT News.

Surely FOSS will not play a keyrole in the relief efforts, but still provide considerable means to support medical care for the Haitian people. Also take a look at Fred Trotters article “OpenMRS shines in Haiti” who originally pointed me to this.

PIH welcomes any donations to support their efforts in Haiti.

Haiti: Spenden, aber bitte nicht zweckgebunden!

In Hollywood liefern sich Stars wie Brangelina, Schorsch Clooney und Wyclef Jean derzeit ein wahres Wettrennen und übertrumpfen sich gegenseitig mit Geldspenden und Spendenaufrufen (z.B. Yéle Haiti!) für die Erdbebenopfer in Haiti.

Auch hierzulande und auch nur als Ottonormalbürger kann man durch Spenden – egal welcher Höhe – die Hilfsorganisationen bei der Soforthilfe und beim Wiederaufbau unterstützen. Möglichkeiten gibt es genug, so hat zum Beispiel das DZI eine Spenden-Info “Erdbeben in Haiti 2010″ in Form einer Liste mit seriösen und unterstützenswerten Organisationen zusammengestellt.

Unicef.de Aber Vorsicht! Reicht man die Spende zweckgebunden (Verwendungszweck: “Für Haiti”) ein, so darf diese vom Empfänger auch nur aussschließlich für den angegebenen Zweck eingesetzt werden.

Das Leid und Elend von Menschen in anderen Regionen der Welt ändert sich aber – trotz der aktuell großen Medienpräsenz von Haiti – nicht. Und spendet man dieses Jahr dann wirklich auch noch ein weiteres Mal speziell für diese (anderen) Mitmenschen in Not?

Die Gefahr besteht, dass ähnlich wie beim Tsunami 2004, der Katastrophe eine Spendenflut folgt, die nur zweckgebunden eingesetzt werden kann und dabei andere, ebenfalls wichtige Projekte der Hilfsorganisationen – trotz vorhandener Mittel – leer ausgehen.

Deshalb am besten nicht zweckgebunden spenden und darauf vertrauen, dass die ausgewählte Hilfsorganisation die Unterstützung denjenigen zukommen lässt, die sie am dringensten benötigen.